
Klimamobilität gelingt,
wenn wir alle mitnehmen.
TBF + Partner AG für das Beteiligungskonzept
und die Kommunikationsstrategie
TBF + Partner ist ein etabliertes Planungs-, Beratungs- und Ingenieurunternehmen mit über 60 Jahren Erfahrung. Wir realisieren anspruchsvolle Projekte in den Bereichen Bau, Infrastruktur, Energie, Mobilität und Umwelt. Aus dieser Erfahrung entstand ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen komplexer Vorhaben.
Planung und Realisierung denken wir stets im Umfeld von Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit zusammen. Dabei werden technische Inhalte durch zielgerichtete Kommunikation und Partizipation erlebbar gemacht. Aus dieser Überzeugung heraus haben wir unsere Kommunikations- und Mitwirkungskompetenz über die Jahre ausgebaut. Heute verfügen wir über ein interdisziplinäres Team von mehr als 25 Fachpersonen, das Kommunikations- und Partizipationsleistungen als festen Bestandteil der Projektentwicklung versteht.
Damit decken wir ein breites Spektrum in-house ab: von Kommunikationsstrategie, Storytelling und Markenentwicklung über Grafikdesign, Konzeption, Kampagnenplanung, Foto- und Videoproduktion, Druck, Eventmanagement, Websites bis hin zu Social-Media-Strategie, Medienarbeit und Krisenkommunikation, Moderation und Mediation.
Ausgangslage
Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat die Erstellung eines Klimamobilitätsplans (KMP) beschlossen. Als TBF haben wir bereits die Verwaltung dabei unterstützt, die vorliegenden fachlichen Inhalte und die vielfältigen infrastrukturellen Abhängigkeiten verständlich, strukturiert und entscheidungsorientiert aufzubereiten. Durch die systematische Verdichtung, Visualisierung und Einordnung der Sachverhalte in eine klare Entscheidungslogik konnten wir die komplexen Zusammenhänge im Hinblick auf die Klimaziele des Landes differenziert darstellen. Die so entstandene Präsentation konnte in der Sondergemeinderatssitzung am 24.06.2025 eingesetzt werden und unterstützte dort eine nachvollziehbare Entscheidungsfindung.
Mit dem Beschluss zur Erstellung des KMP beginnt nun eine neue Phase:
Die Stadt steht vor der Aufgabe, den Prozess zur Entwicklung des KMP einzuleiten und dabei die Öffentlichkeit und alle relevanten Akteur:innen bestmöglich einzubinden. Für gemeinsam getragene Entscheidungen und eine wirkungsvolle Umsetzung des KMP gilt es dabei, die Vorgehensweise, Strategie und Zielsetzungen, sowie entwickelte Maßnahmen des KMP gegenüber verschiedenen Stakeholdern und der Öffentlichkeit verständlich zu kommunizieren, Beteiligungsprozesse aufzubauen und transparent zu begleiten. Eine klare, adressatengerechte und konsistente Kommunikationsstrategie ist hierfür zentral.
Der Klimamobilitätsplan wird in zwei Losen bearbeitet:
Los 1 (Fachplanung) erarbeitet die verkehrsplanerischen Grundlagen, Leitbilder, Maßnahmen und die Umsetzungsplanung. Los 2 (Beteiligung und Kommunikation) begleitet diesen Prozess mit einem umfassenden Kommunikations- und Beteiligungskonzept und sorgt dafür, dass Bürger:innen, Stakeholder und Politik den Plan mitgestalten und mittragen können.
Herausforderungen hinsichtlich Kommunikation und Beteiligung
Die Umsetzung des KMP bringt aus unserer Sicht insbesondere folgende Herausforderungen mit sich:
Der Beschluss des Gemeinderats ist gefasst, jedoch sind Zielsetzung, Inhalte und Bedeutung des Klimamobilitätsplans in der breiten Öffentlichkeit bislang wenig präsent.
Verkehrsmodellierung, Maßnahmensets zur CO₂-Minderung und Wirkungsabschätzungen sind erklärungsbedürftig und müssen für unterschiedliche Zielgruppen verständlich aufbereitet werden.
Der gesamte Entwicklungsprozess erstreckt sich über 30 Monate Planung und viele weitere Jahre Umsetzung. Viele sicht- und erlebbare Resultate (z. B. neue Radwege, ÖPNV-Verbesserungen) treten zeitlich verzögert auf. Es gilt, über den gesamten Zeitraum Interesse und Engagement aller Beteiligten aufrechtzuerhalten.
In Infrastrukturprojekten treffen unterschiedliche Interessenlagen aufeinander: Anwohner:innen haben andere Bedürfnisse als Pendler:innen. Maßnahmen wirken aus der Perspektive von Autofahrenden oft anders als aus der Sicht von Radfahrer:innen. Gewerbetreibende sorgen sich um Erreichbarkeit. Der Flughafen als besonderer Stakeholder bringt eigene Anforderungen mit, während Vertreter:innen von Natur- und Umweltschutz auf schnelle Umsetzung der Klimaziele setzen. Diese divergierenden Anliegen benötigen eine differenzierte Ansprache.
Klimaschutz im Verkehr wird oft mit Einschränkungen assoziiert: weniger Parkplätze, Tempolimits, teureres Autofahren. Unserem Team ist bewusst, dass die ambitionierten Ziele nur mit griffigen, spürbaren und teilweise einschneidenden Maßnahmen erreichbar sind. Entsprechend wesentlich ist ein umsichtiges Gespür für die Kommunikation und die Abstimmung mit Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. Wirksame Maßnahmen werden Debatten auslösen, Prioritäten verschieben und gewohnte Mobilitätsmuster in Frage stellen. Konflikte sind erwartbar – und gehören zu einem ernsthaften Transformationsprozess. Umso wichtiger ist eine professionelle, transparente und anschlussfähige Kommunikation. Zu einer starken Partnerschaft zählt für uns daher nicht nur eine solide Fachplanung, sondern ebenso die klare, verständliche und adressatengerechte Aufbereitung von fachlichen Zwischen- und Projektergebnissen. Die Kommunikation muss außerdem die Co-Benefits betonen: mehr Lebensqualität, weniger Lärm, Kostenersparnis, Gesundheit. Konsent-Methoden in der Mitwirkungs- und Gremienarbeit können dabei helfen, Lagerdenken und polarisierende Diskurse konstruktiv und lösungsorientiert entgegenzuwirken.
Der Gemeinderat muss den Plan beschließen. Ortschaftsräte müssen eingebunden werden. Fraktionen haben unterschiedliche Positionen. Die Kommunikation muss sachlich, überparteilich und transparent sein, um alle politischen Lager mitzunehmen. Kommunikation und transparente Mitwirkung aller Beteiligten schaffen ein gemeinsames Verständnis und bilden die Basis für erfolgreiche Maßnahmen.
Es wird zu Einschränkungen des Gewohnten und Umgewöhnungen für Bevölkerung und Nutzer:innengruppen kommen: veränderte Verkehrswege und Tempoanpassungen, Baustellen und temporäre Sperrungen, Änderungen im ÖPNV-Angebot. Kritische Punkte müssen frühzeitig kommuniziert und im Beteiligungsprozess adressiert werden, um Bedürfnisse aller Nutzenden abzuholen und Akzeptanz für gemeinsam entwickelte Lösungen zu schaffen. Auch können passende Kommunikationsformen dabei unterstützen, die punktuellen Einschränkungen mit den zu erwartenden Verbesserungen und Veränderungen in näherer oder weiterer Zukunft zu verbinden.
Die Fachplanung (Los 1) und die Kommunikation/Beteiligung (Los 2) müssen eng verzahnt sein. Verbindliche Beteiligungsergebnisse müssen zum richtigen Zeitpunkt und zeitnah in die Planung einfließen. Die Kommunikation muss den Stand der Planung präzise widerspiegeln, Interessierte niederschwellig informieren und den Menschen Orientierung und Transparenz bieten.
Verständnis
Wir wollen den KMP als gemeinschaftliches Zukunftsprojekt für Leinfelden-Echterdingen etablieren. Nicht als verwaltungsinternes Planungsdokument, sondern als umsetzungsorientiertes Instrument, das auf einem Dialog und auf einem Verständnis der Stadtgesellschaft beruht. Zugleich halten wir die Erwartungen an die Beteiligung realistisch. Diese verstehen wir nicht als Ideensammelstelle, sondern als strukturierten Rahmen, um Perspektiven der Bevölkerung aufzunehmen, in einen Dialog zu treten und Akzeptanz für notwendige Schritte zu fördern. Im Mittelpunkt stehen eine kontinuierliche, sachliche und nachvollziehbare Informationsvermittlung sowie eine aktive Einbindung aller relevanten Akteur:innen.
Die Kommunikation begleitet den Entwicklungsprozess über alle 30 Monate hinweg, informiert über Fortschritte und Entscheidungen, schafft Transparenz bei komplexen Themen und antizipiert frühzeitig kritische Themen (Issues Management). Sie spiegelt zudem Bedürfnisse und Perspektiven aus den Beteiligungsformaten zurück in die Ausgestaltung des KMP und nutzt eine breite Methodenvielfalt, um politische Lagerbildung zu vermeiden. Gleichzeitig soll die Vision einer klimaneutralen Mobilität bis 2040 greifbar und erstrebenswert werden.
Der Weg dahin führt über eine klar strukturierte und konsistente Kommunikation, abgestimmt innerhalb der Beteiligungsphasen und im Dialog mit Politik, Verwaltung, Stakeholder (u. a. Flughafen, VVS, IHK, ADFC, VCD), vulnerablen Gruppen (Kinder, Senior:innen, Menschen mit Migrationshintergrund) sowie der breiten Öffentlichkeit. Besonders wichtig: Die Beteiligung und Kommunikation (Los 2) begleiten die Fachplanung (Los 1). Sie sind keine eigenständigen Prozesse, sondern richten sich zeitlich und inhaltlich nach den Arbeitsschritten der Planung. Diese klare Rollenaufteilung verhindert Missverständnisse und sichert die Verzahnung beider Lose.
Erste Ideen zur Umsetzung Kommunikationskonzept
Um den KMP als gemeinschaftliches Zukunftsprojekt für Leinfelden-Echterdingen zu etablieren, informiert die Kommunikation über den KMP und aktiviert zur Beteiligung. Sie erklärt, was der KMP ist, warum er relevant ist und wie jede:r Einzelne zur Mobilitätswende in Leinfelden-Echterdingen beitragen kann.
Die Umsetzung erfolgt mit Fokus auf Sichtbarkeit, Beteiligung und Vermittlung. Unsere bewährte Arbeitsweise in drei Phasen (Verstehen – Entwickeln – Implementieren) verbinden wir mit den 16 Handlungsempfehlungen des KEA-Leitfadens „Klimakommunikation im Verkehr“, um bestmögliche Qualität zu erreichen:
Phase 01 – Verstehen
Wir analysieren Zielgruppen, Wertvorstellungen, lokale Problemlagen, Wissensstände und Aufmerksamkeits-Anlässe. Darauf aufbauend identifizieren wir Multiplikator:innen, bestehende Lösungen, große Hebel und potenzielle Widerstände. Dies erfolgt in engem Austausch mit der Ermittlung des Planungsrahmens durch Los 1.
Phase 02 – Entwickeln
Wir entwickeln zielgruppenspezifische Botschaften und bereiten komplexe Inhalte verständlich auf. Dazu gehören lokale Narrative, Lösungs-Stories, eine klare und positive Sprache sowie eine authentische Bildsprache. Ergänzend planen wir kreative Kommunikationsformate, integrieren Co-Benefits in alle Botschaften und erstellen faktenbasierte Prüf- und Faktencheck-Formate.
Phase 03 – Implementieren
Wir setzen die entwickelten Botschaften in emotionaler und faktenbasierter Kommunikation um, vermitteln die Dringlichkeit mit Handlungsoptionen und betonen Lösungen und Co-Benefits. Dabei erzählen wir authentische lokale Geschichten, nutzen positive Bild- und Wir-Sprache, arbeiten mit Multiplikator:innen und begegnen Desinformationen proaktiv.
Kommunikation: Mögliche Kanäle und Umsetzung
Alle Kommunikations- und Gestaltungselemente werden konsequent gemäß dem vorgegebenen CD der Stadt umgesetzt und in allen Formaten kohärent eingesetzt. Barrierefreiheit durch klare Typografie, hohen Kontrast und verständliche Sprache sowie die Gestaltung nach KEA-Bildsprache-Prinzipien ist dabei ein zentrales Prinzip. Kampagnenbasierte Maßnahmen können zu Schlüsselmomenten wie der Auftaktveranstaltung und den Beteiligungsphasen zum Einsatz kommen, um maximale Aufmerksamkeit und Beteiligung zu erreichen.
Erste Ideen zur Umsetzung des Beteiligungskonzept
Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen definieren wir zu Projektbeginn vier zentrale Grundlagen für einen erfolgreichen Beteiligungsprozess:
- 1.Tiefe und Qualität der Beteiligung – formell oder informell, klare Rollenverteilung zwischen Information, Konsultation und Kooperation.
- 2.Beteiligungsstufe pro Stakeholder – Information für die breite Öffentlichkeit, Konsultation für Zielgruppen, Kooperation in kleinen Gruppen.
- 3.Entscheidungsprozesse – Umgang mit Inputs, Entscheidungswege, mögliche Vetos sowie Konsens- oder Konsentverfahren.
- 4.Daraus abgeleitete, passende Beteiligungsformate – abgestimmt auf Beteiligungstiefe, Zielgruppen und kommunale Rahmenbedingungen.
Diese vier Schritte schaffen von Beginn an Transparenz, sichern eine passgenaue Beteiligung für die jeweilige Gemeinde und verhindern falsche Erwartungen. Dabei nutzen wir bewährte Methoden wie soziokratische Ansätze und Konsentverfahren, um breite Akzeptanz zu fördern und gemeinsame Lösungen über unterschiedliche Interessen hinweg zu entwickeln.
Mögliche Formate
Projektmanagement und Dokumentation
Der Prozess zur erfolgreichen Entwicklung und Implementierung eines Klimamobilitätsplans erfordert ein strukturiertes Vorgehen, eine gründliche Planung mit allen Beteiligten und umfassende Dokumentation. Wir stellen durch regelmäßige Abstimmungsformate, transparente Berichterstattung und professionelles Schnittstellen-Management sicher, dass alle Projektbeteiligten jederzeit über den aktuellen Stand informiert sind und Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden.
Beispiele aus der Praxis
Testplanung Bahnhofareal Baar – SBB, MPK, Einwohnergemeinde Baar
Für die Testplanung des Bahnhofareals Baar entwickelte TBF neben Verfahrensbegleitung eine zielgerichtete Kommunikations- und Partizipationskampagne, um möglichst viele Betroffene auf die Testplanung und die Mitwirkungsmöglichkeit via Online-Umfrage aufmerksam zu machen. Neben klassischen Kampagnenelementen setzte TBF auf kreative Guerilla-Maßnahmen wie Bodensticker und eine alte Telefonzelle als Infopoint.
Zeitplan
Der Zeitplan gibt einen ersten Überblick über den geplanten Projektverlauf. Er ist bewusst schematisch gehalten und dient zur Orientierung. Im Laufe des Projekts können sich einzelne Schritte oder Termine noch verändern. Der Detailzeitplan wird nach dem Kick-off ausgearbeitet.
Fazit
Kommunikation und Partizipation als integriertes System
Kommunikation und Partizipation greifen ineinander: Ziel ist es, den Klimamobilitätsplan als gemeinsames Zukunftsprojekt zu verankern und Beteiligung niedrigschwellig und zielgruppengerecht auszulegen. Die konkreten Maßnahmen werden im Projektverlauf gemeinsam mit der Stadt Leinfelden-Echterdingen entwickelt und fortlaufend an den Stand der Fachplanung (Los 1) angepasst.
Crossmediale Verzahnung
Alle Kanäle greifen ineinander. Social-Media-Beiträge verlinken auf die Projektwebsite, Plakate führen per QR-Code zur Online-Beteiligung, Newsletter kündigen Veranstaltungen an und begleiten Beteiligungsformate. So erreichen wir unterschiedliche Zielgruppen auf ihren bevorzugten Kanälen und sorgen über die gesamte Projektlaufzeit für durchgängige Sichtbarkeit.
Fachplanung und Kommunikation/Partizipation: Alles unter einem Dach
Die Verbindung von Fachplanung und Kommunikation/Partizipation schafft kurze Wege, effiziente Abstimmungen und konsistente Prozesse. Projekte wie die Testplanung Baar (Verfahrensbegleitung, In-House-Kommunikation, Online-Beteiligung via Konova) oder bonNova (Generalplanung und Kommunikationssteuerung) zeigen, dass integrierte Teams besonders wirkungsvoll arbeiten können. Diese Erfahrung bringen wir gern auch in das Projekt der Stadt Leinfelden-Echterdingen ein.
Gemeinsam ans Ziel
Ein besonderer Mehrwert für das Projekt KMP ergibt sich durch unseren interdisziplinären Ansatz. Bei TBF arbeiten wir in multidisziplinären Netzwerken und stellen kompetenz- und bedarfsorientiert Projektteams zusammen. Unsere vielfältige Projekterfahrung ermöglicht eine umfassende Sicht auf den Projektverlauf und die damit verbundenen kommunikativen und partizipativen Anforderungen.
Für dieses Mandat steht Ihnen ein vielfältiges Team von zehn Fachkräften u. a. aus den Bereichen Kommunikation, Beteiligung, Psychologie, Grafikdesign, Brand und Projektmanagement zur Verfügung. Das breite Kompetenzspektrum gewährleistet, dass alle Leistungen der Arbeitspakete optimal abgedeckt werden.
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